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Eine Oberbürgermeisterin und viel fairer Kaffee

Wette verloren und dabei doch gewonnen - an Aufmerksamkeit nämlich: Mit einer pfiffigen Idee hat der Weltladen zum Abschluss der „Fairen Woche 2004“ für sich geworben. Die Zutaten: Eine Wette, eine neu gewählte Oberbürgermeisterin und mehr als vierhundert Päckchen fair gehandelten Kaffees.

Die Idee stammt aus dem Sommer: Wetten, dass die Gemeinderäte von Kirchheim es nicht schaffen, in zwei Stunden rund ums Rathaus so viel Weltladen-Kaffee zu verkaufen, wie es braucht, um die gerade frisch gewählte neue Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker (SPD) aufzuwiegen? Die Räte haben´s geschafft - und dabei nicht nur dem Weltladen zu mehr Aufmerksamkeit verholfen, sondern den Schulen in Kirchheim zu nagelneuen Fußbällen. Aus fairer Produktion natürlich. Die Bälle ließ der Weltladen als Wetteinsatz für alle 14 Schulen der Stadt springen.

Im September 2004 wurde aus der Idee die Tat: Die OBin stieg vor dem Rathaus auf eine Wippe, auf die Gegenseite wurden so viele 250-Gramm-Päckchen fair gehandelter Kaffee aus dem Weltladen gestapelt, bis das Brett eben stand - und dann schwärmten die Gemeinderäte und die Oberbürgermeisterin aus, um diesen Kaffee in der Fußgängerzone an die Frau und an den Mann zu bringen. Mehr als 400 Päckchen Kaffee fanden an diesem Vormittag ihre Abnehmer, insgesamt also mehr als 100 Kilogramm und damit weit mehr als für die Wiege-Wette benötigt.

Die häufigste Frage der Lehrerinnen und Lehrer bei der Übergabe der Bälle ein paar Wochen später im Weltladen war die nach einer Liste - der Preis- und Bestell-Liste für die Bälle. Und das macht auch die Menschen in Pakistan, die die Bälle herstellen, zu Gewinnern der Wette in Kirchheim.

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